Die Masche ist alt und funktioniert weiterhin: eine E-Mail, angeblich von der Geschäftsführung, mit der dringenden Bitte um eine Überweisung. Was sich geändert hat, ist die Qualität.
Warum die Erkennungsmerkmale von früher nicht mehr greifen
Fehlerhaftes Deutsch, seltsame Anrede, offensichtlich falsche Absenderadresse — all das gehört weitgehend der Vergangenheit an. Heute sind die Nachrichten sprachlich einwandfrei, tragen eine korrekte Signatur und nehmen Bezug auf ein tatsächlich laufendes Projekt.
- Namen und Rollen stammen aus beruflichen Netzwerken und dem Impressum
- Projektbezug aus Pressemitteilungen oder Ausschreibungen
- Schreibstil aus öffentlich verfügbaren Beiträgen der Zielperson
Nicht die Technik entscheidet, sondern der Zeitdruck
In unseren Simulationen fällt regelmäßig dasselbe Muster auf: Wer eine Rückfrage stellen darf, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen, fällt seltener herein. Wo Nachfragen als Misstrauen gilt, steigt die Erfolgsquote der Angreifer deutlich.
Die wirksamste Awareness-Maßnahme ist ein Satz der Geschäftsführung: Fragt nach, immer, ohne Konsequenzen.
Die Regel, die bleibt
Deshalb endet unsere Schulung nicht mit einer Liste von Warnzeichen, sondern mit einer einzigen, tragfähigen Regel: Zahlungsanweisungen per E-Mail werden grundsätzlich über einen zweiten Kanal bestätigt — unabhängig davon, wer sie schickt. Kein Chef der Welt nimmt das übel, und genau das muss einmal laut gesagt werden.
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